Feier 70 Jahre Donaudeutsche in Haßloch

Am Samstag, 09.10.2021, fand die Geburtstagsfeier der Donaudeutschen in Haßloch statt. Begonnen wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst mit der Pfarrerin Martina Horaz-Werz und Pfarrer Macziol. „Heimat ist immer, wo wir Freunde finden. Wo immer jemand auf dich wartet, da ist dein Zuhause“, zitierte Pfarrer Macziol in der Predigt den Liedmacher Reinhard May. Ist Heimat an einen Ort gebunden oder ist es ein Gefühl? In der Lesung aus dem Buch Jeremia wurde von den Israeliten berichtet, die ebenfalls ihre Heimat verloren hatten. Millionen von Flüchtlingen kamen während und nach dem Krieg nach Deutschland und auch in die Pfalz, z.B. nach Haßloch. Hier wurden sie mal mehr mal weniger freundlich von der, ebenfalls vom Krieg mitgenommenen, Bevölkerung aufgenommen. Durch das Engagement in Vereinen, in der Gemeinde, aber auch gerade in der Kirche haben sie mit dazu beigetragen, dass alte und neue Einwohner in geschwisterlicher Gemeinschaft zusammen leben. Nur durch das Erzählen des Erlebten könne die Erlebnisgeneration dazu beitragen, dass die Erfahrungen, was Toleranz, Solidarität, Integration und Annahme bedeuten, nicht verloren gehen. Denn die Geschichte von Tod und Zerstörung, Hunger und Angst, Flucht und Vertreibung, von Hass, Abgrenzung und Abschottung – sie wiederholt sich derzeit an vielen Orten in der Welt und leider auch in unserem Land. Hier kann der Glaube dazu beitragen ein Band zu knüpfen, auch zwischen den Religionen. Zum Abschluss seiner Predigt zitiert Pfarrer Macziol die selbst aus Ostpreußen vertriebene Publizistin Marion von Döhnhoff mit den Worten „Heimat ist lieben ohne zu besitzen.“ „Versuchen wir Heimat in diesem Sinne wahrzunehmen. Nicht als Anspruch, sondern als Angebot. Dann können wir ahnen, wo unsere wirkliche Heimat ist, nicht im Besitz, sondern in der Liebe zu unseren Mitmenschen. Amen“, so Macziol.

 

Im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst lud die Landsmannschaft alle Gäste zu einem Sektempfang mit verschiedenen Gebäcken ein. In dieser lockeren Runde fanden viele Gespräche statt. Eine Leinwand, die einige hundert Bilder der letzten Jahre zeigte, unterstützte dies. Erinnerungen wurden wach.

Der Vorsitzende Alexander Josef Breinich begrüßte nach dem Empfang alle Anwesenden. Besonders begrüßte er folgende Ehrengäste: als Vertreter des Schirmherrn Hans-Ulrich Ihlenfeld, den 1. Kreisbeigeordneten Timo Jordan, in Vertretung für den Bürgermeister Tobias Meyer den Beigeordneten Klaus Wolfer, die Vorsitzenden der SPD Haßloch Lara Gabrisch und Thomas Liese Sauer, als Vertreter der CDU, den stellvertretenden Vorsitzenden Marcel Zahn und Renate Armbrust – und den stellvertretenden Vorsitzenden Michael Puxler, den Vertreter der Grünen und ehemaligen Beigeordneten Joachim Blöhs und den Vertreter der FDP Jörg Milleck.

Außerdem den Vorsitzenden des Weltdachverbandes der Donauschwaben Stefan Ihas, den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn Joschi Ament, den Landesvorsitzenden der Donaudeutschen in Rheinland-Pfalz Paul Nägl, den Vertreter des Bundes der Vertriebenen und Vorsitzenden der deutschen aus Russland , Bezirk Landau und südliche Weinstraße Georg Schmalz, die Vorsitzende der Donaudeutschen aus Mutterstadt Katharina Eicher-Müller, die Vorsitzende der Haßlocher Volkstanzgruppe „Newelhaube“ Brigitte Schaaf mit ihren Tänzerinnen und Tänzern in Pfälzer Tracht, wobei das Häubchen original aus Haßloch stammt. Weiterhin begrüßte er den Vorsitzenden der Marinekameradschaft Haßloch Winfried Nessel, den langjährigen Vorsitzenden der Landsmannschaft der Schlesier Walter Schiel und den Vertreter der Banater Schwaben Walter Keller.

Im Anschluss wurde der Toten gedacht.

In seiner anschließenden Rede umriss Breinich in kurzen Worten die Geschichte des Orts- bzw. Kreisverbandes Haßloch.

Am 04.03.1951 folgten 30 Landsleute dem Aufruf von Julius Ofner, einen Ortsverband der Donaudeutschen Landsmannschaft in Haßloch zu gründen. Deshalb feiern wir in diesem Jahr das 70-jährige Jubiläum der Donaudeutschen Landsmannschaft – Kreisverband Haßloch.

Bereits 1950 erfolgte von Stefan Rettig, dem späteren Orts- und langjährigen Landesvorsitzenden, eine Einladung in den Filmsaal der Schillerschule zur Gründung des Ortsverbandes, die jedoch erst 1951 in Kraft treten konnte. Schon im Gründungsjahr wurde der erste Silvesterball veranstaltet. Eine Trachtengruppe wurde 1953 gegründet, jedoch musste sie leider 1959, mangels Mitglieder, wieder aufgelöst werden. „Schuld“ waren die Familiengründungen einiger Mitglieder, denen dadurch die Zeit fehlte, sich aktiv zu beteiligen.

Der Ortsverband wurde durch die enorme Bereitschaft vieler Mitglieder schnell einer der aktivsten und größten Vereine in Haßloch. Die Donauschwäbischen Musikanten unter der Leitung von Franz Keller und später Matthias Loris umrahmten die Feste der Donaudeutschen musikalisch; zuletzt in Haßloch zur 60-Jahr- Feier 2011.

Nach und nach nahm der Ortsverband Haßloch immer mehr Ortsverbände auf, da sich oft kein Vorsitzender mehr fand oder einfach zu wenige Mitglieder da waren. Somit wandelte sich der Ortsverband zum Kreisverband. Der Kreisverband Haßloch hält guten Kontakt zu anderen ortsansässigen Vereinen, wie z.B. der Volkstanzgruppe Newelhaube, der Sängervereinigung, der VfB und der Marinekameradschaft, und zu kulturellen Einrichtungen, wie der Musikschule Haßloch. Auch zur Kommunalpolitik, ebenso wie zur Kreis-, Landes- und Bundespolitik werden gute Kontakte unterhalten. Einige gehören zu den Stammgästen oder sind sogar Mitglied.

Stark geprägt wurde der Kreisverband Haßloch von seinem langjährigen Vorsitzenden Josef Gillich, der den Verband über 30 Jahre lang angeführt hat. 1998 wurde der 42-jährige Nachfolger, Josef Breinich, zum ersten Vorsitzenden gewählt. Nach dessen Unfalltod 2003 übernahm Anton Zeitler für drei Jahre die Geschicke des Vereins. 2006 wählten die Mitglieder dann mich als Vorsitzenden.

Gemeinsam mit anderen kulturtreibenden Vereinen in Haßloch und der Gemeindeverwaltung mit dem damaligen 1. Beigeordneten Jürgen Hurrle wurden zwei Kulturfeste, das „Turmfest“, gefeiert. Ziel der Veranstaltung war, die Kultur, die in Haßloch aktiv ist, den Bürgern näher zu bringen. Die Feste fanden großen Zuspruch, allerdings finden sie leider nicht mehr statt, da das Interesse bei vielen Vereinen, oder auch einfach die Zeit dafür, fehlt.

Auch durch die Teilnahme an den Leisböhler Weintagen, das Haßlocher Weinfest, zeigen die Donaudeutschen Präsenz. Hier hält der Verein, zumindest zum Teil, an Gerichten und Geschmäckern aus der alten Heimat fest, was sehr gut angenommen wird. Gerade die Jüngeren haben dadurch gesehen, dass der Verein gar nicht so „alt“ ist, wie viele meinen. Einige Mitglieder, Stammgäste und Helfer konnten dadurch gewonnen werden.

Durch immer neue Ideen versucht der Kreisverband auf sich aufmerksam zu machen. Zuletzt mit einem sehr gelungen Sommerfest 2019, welches, aufgrund von Corona, zweimal ausfallen musste. Im nächsten Jahr möchten wir einen neuen Anlauf wagen.

Der Verband unterhält gute Kontakte zum BdV in Rheinland Pfalz, dessen Vorsitzender der Haßlocher Bürgermeister Tobias Meyer ist, so dass 2019 der erfolgreiche Tag der Heimat, mit dem Festredner Dr. Bernhard Vogel, im „Haßlocher Kulturviereck K4“ ausgerichtet werden konnte.

Für die Zukunft ist es sehr wichtig, dass es der Verband schafft, Mitglieder, auch nicht donaudeutsche, zu gewinnen. Denn nur, wenn der Verein Mitglieder hat, die dann auch teilweise noch bei den Veranstaltungen bereit sind mitzuhelfen, kann der Verein weiterhin bestehen. Mittlerweile betreut der Kreisverband Mitglieder im Raum Kreis Bad Dürkheim, Neustadt an der Weinstraße, Südliche Weinstraße, Landau und Rhein-Pfalz-Kreis.

Ich denke, der Kreisverband ist derzeit sehr gut aufgestellt, wir haben nach wie vor einige Helfer, die bei Veranstaltungen bereitwillig mit anpacken. Allerdings sind viele davon über 70, einige auch schon über 80 Jahre alt. Ich hoffe und denke, dass wir es schaffen, weiterhin immer wieder Menschen für uns zu begeistern. Dies ist möglich durch die Bewahrung von Traditionen, aber auch durch neue Ideen, die der Zeit entsprechen. Der Verein muss weiterhin offen für Veränderungen sein. Es ist wichtig, Angebote zu haben für die Erlebnisgeneration, für die Nachfahren, aber auch für Familien und junge Leute.“

Nach der Ansprache des Vorsitzenden ergriff der 1. Kreisbeigeordnete, Timo Jordan, das Wort. Er wies darauf hin, dass sich viele Donaudeutsche in den Kirchen und Vereinen engagierten. Auch brauche es viel Kraft und Fleiß sich nach der Flucht und Vertreibung ein neues Leben aufzubauen; noch einmal von vorn zu beginnen. Auch im Namen des Schirmherrn der Veranstaltung, Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld, überbrachte er viele Glückwünsche des Kreises Bad Dürkheim und dankte für die kulturelle Arbeit und Belebung des Kreises. Jordan zitierte den österreichischen Schriftsteller Franz Grillparzer: „Monde und Jahre vergehen, aber schöne Momente leuchten das Leben hindurch“. Er stellte fest, dass es diese Tradition, das Erbe zu bewahren, gilt. „Besonders Ihre Kinder und Enkelkinder sollen von der Geschichte der Vorfahren fasziniert und motiviert werden um die Momente auch lebendig in die Zukunft zu tragen, oder besser, sie leuchten zu lassen.“, so Jordan weiter. „Der Landkreis Bad Dürkheim ist stolz auf die Donaudeutsche Landsmannschaft Kreisverband Haßloch.“

Anschließend sorgten die Newelhauben für etwas Abwechslung und Auflockerung zwischen den Reden. Doch vor dem Auftritt richtete die Vorsitzende der Volkstanzgruppe, Brigitte Schaaf, einige Worte an die Festgesellschaft. Sie sei froh, dass sie nicht nur als Gäste geladen sind, sondern auch mit Volkstänzen den Abend auflockern können. Sie stellte fest, dass beide Gruppen einiges verbindet, auch wenn die Newelhaube erst 1977 gegründet wurde. Tänzer und Musiker aus der Reihe der Donaudeutschen waren von Anfang an in der Volkstanzgruppe aktiv. Volkstanz sei nicht mehr in Mode, aber wer einmal mitgetanzt habe, wisse, wie ansteckend das ist. Sie wies darauf hin, dass die Musik vom Band von Josef Breinich, genannt Seppl, eingespielt wurde. Während den Tänzen wurden Stamperl, gefüllt mit in Maulbeerfass gereiftem Slivovitz an die Anwesenden als kleines Geschenk verteilt. Auf den Gläsern wurde das donaudeutsche Wappen, extra für diesen Anlass, eingraviert.

 

Nach den auflockernden Tänzen übergab Breinich dem Weltdachverbandspräsidenten Stefan Ihas das Mikrophon. Er wies darauf hin, dass die Landsmannschaft mit dem Ziel gegründet wurde, den ankommenden Landsleuten bei der Ankunft und Eingliederung zu helfen. Heute geht es um die Weitergabe der Traditionen und des Brauchtums an die kommende Generation. Für den BdV überbrachte Georg Schmalz, in Vertretung für den Landesvorsitzenden Tobias Mayer, die besten Glückwünsche. Er hob den Zusammenhalt der Donaudeutschen in Haßloch hoch. Nach einer musikalischen Auflockerung kam der Beigeordnete aus Haßloch, Klaus Wolfer, auf die Bühne. Er überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Haßloch. Er betonte die besondere Verantwortung und Bedeutung der deutschen Heimatvertriebenen als Bindeglied zwischen den Völkern Europas. Mit der Familie Breinich verbinde ihn schöne Erinnerungen als Kind. Sein Vater spiele den Bass und Josef Breinich das Akkordeon bei der Haßlocher Volkstanzgruppe Newelhaube. Er freue sich, dass Alexander Josef Breinich vor bereits 15 Jahren in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und den Verein weiterführt. Er überbrachte Grüße des Bürgermeisters und der Beigeordneten sowie von der FWG, der er angehört. Für die CDU überbrachten Renate Armbrust und Marcel Zahn die besten Glückwünsche. Marcel Zahn verwies nochmal auf die enorme Leistung der Donaudeutschen, trotz des Verlustes der Heimat. Beispielhaft nannte er Stefan Gillich, der in den 1960er Jahren Fraktionsvorsitzender der CDU Haßloch war. Er lobte die sehr gelungene Festschrift und die Arbeit bei der Vorbereitung des Jubiläums. Außerdem stellte er fest, dass Alexander Breinich das Bild der Donaudeutschen verkörpere und nach außen hin vertrete. Es sei eine enorme Leistung, den Verein so lange am Leben zu erhalten und immer noch neue Mitglieder zu gewinnen. Renate Armbrust übergab einen Präsentkorb. Jörg Milleck überbrachte die besten Grüße und Glückwünsche der FDP. Traditionen werden heute viel zu selten gelebt. Daher ist es schön, dass hier in Haßloch die Donaudeutschen noch aktiv sind. Besonders hob er die bunten Trachten und die geselligen Treffen mit leckeren Speisen hervor. Breinich danke ihm für seine Worte und erklärte den Anwesenden, dass Jörg und er sich schon knapp 30 Jahre kennen. Sie hatten nämlich im Haßlocher Volleyballclub gemeinsam Volleyball gespielt. Daher freue er sich besonders über die Auswahl der FDP, Jörg Milleck zu senden. Für die Grünen in Haßloch sprach Joachim Blöhs die Grußworte. Für ihn sei es nicht nur eine Verpflichtung, sondern eine außerordentliche Freude. Ihm wurde bei der Vorbereitung der Rede bewusst, dass die Donaudeutschen seine Kindheit und Jugend prägten durch private Freundschaften seiner Eltern mit einigen Donaudeutschen Familien. Außerdem stellte er fest, dass die Donaudeutschen Nachhaltigkeit schon lebten, als das Thema noch gar nicht auf der Agenda der Politik stand. „Last, but not least“ bat Alexander Breinich nun die Vorsitzende der SPD Lara Gabrisch an das Rednerpult. Sie stellte fest, dass sie, als junger Mensch, noch keine Berührungspunkte mit den Donaudeutschen hatte. Durch ihre Recherchen im Internet, auf der Website der Donaudeutschen in Haßloch, stellte sie fest, wie der Verein sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Im Geschichtsunterricht wurde das Thema zwar behandelt, aber es wurde ihr nicht bewusst, was Vertreibung, Verlust der Heimat, bedeute. Im Namen der SPD dankte sie den Donaudeutschen für den Einsatz in Haßloch. Sie brachte eine Flasche roten Apfelbrand mit und „ich würde mich freuen, wenn wir im Anschluss der Reden gemeinsam damit anstoßen würden.“ Nach den vielen Reden zeigten die Newelhauben nochmals zwei Tänze.

Anschließend ergriff Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Deutschen aus Ungarn, mit den Worten: „Gepriesen sei die Heimat mein, in der ich einst geboren, sie wird mein eigen immer sein auch wenn ich sie verloren. Gepriesen seist auch du mein Land, wohin ich hab‘ gefunden. Im neuen Glück, das ich hier fand, verheilten manche Wunden. So leben heut‘ in meiner Brust zwei hochgepriesene Welten. Ich lasse beide ganz bewusst als meine Heimat gelten.“ das Wort. In diesem Gedicht beschrieb ein donaudeutscher Dichter seine Gefühle. Für ihn sei es wichtig, dass Werte und Traditionen an die kommende Generation weitergegeben werden. In Haßloch werde dies vorbildlich gemacht. Es müsse gelingen die Jungen von der alten Heimat zu faszinieren. Mit einem Zitat des österreichischen Künstlers Hundertwasser beendete er seine Rede: „Wer die Vergangenheit nicht ehrt, verliert seine Zukunft. Wer seine Wurzeln vernichtet, kann nicht wachsen.“

Der Vorsitzende der Marinekameradschaft, Winfried Nessel bedankte sich für die Einladung eines kulturtreibenden Vereines, wie es auch die Marinekameradschaft sei. Mit viel Herzblut, Einsatz und Beharrlichkeit haben es die Donaudeutschen geschafft, die Kultur am Leben zu halten.

Breinich wies im Anschluss auf die guten Verbindungen der beiden Vereine hin. Es wird sich gegenseitig besucht und gemeinsam gefeiert.

Katharina Eicher Müller, Vorsitzende der Donaudeutschen Mutterstadt, beglückwünschte den Kreisverband. Mutterstadt konnte sein Jubiläum aufgrund der Pandemie leider nicht feiern. Als Präsent brachte sie eine Auswahl an Pfälzer Weinen mit.

Walter Keller überbrachte die besten Grüße und Glückwünsche des Bundesvorsitzenden Peter Leber der Banater Schwaben. Als Geschenk hatte er eine Broschüre von Temswar dabei. Und, da es „bei euch immer so gutes Essen gibt, übergebe ich dir etwas Klares zum Verdauen.“

Nach den auflockernden Klängen der Musikerin übernahm der Landesvorsitzende der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz, Paul Nägl, das Wort. Er kam das erste Mal mit den Haßlochern während das Landestrachtentreffens im Saalbau Neustadt in Berührung, und zwar durch die ewig dauernde Rede von Stefan Rettig, damals Vorsitzender von Haßloch. Besser wurde es mit Josef Gillich, der nicht ganz so lange redete. Irgendwann habe er die junge Volkstanzgruppe Newelhaube kennengelernt. Er stellte fest, dass der damalige Vorsitzende der Newelhauben, Josef Breinich, ein „Revoluzzer“ war. Die Tänze und die Musik wurden nicht immer so aufgeführt, wie in der Tanzbeschreibung beschrieben. Auch erinnert er sich an Anton Rosinger, Anton Zeitler, Peter Luffy und Anton Puxler. Mit allen Personen hatte er gewisse Erlebnisse. Alexander Breinich hat er in einer Landesvorstandssitzung kennengelernt. Damals sei er ein ruhiger Mann gewesen. Er habe, als er dann Vorsitzender in Haßloch geworden ist, viele Ideen eingebracht. Bis heute habe er immer noch neue Ideen. Diese Ideen tragen dazu bei, dass der Kreisverband nach wie vor gut da steht. Er hoffe, dass Breinich noch einige Jahre weitermachen kann, „aber bitte nicht mehr mit immer neuen Ideen.“

Paul Nägl stellte fest, dass noch zwei Gründungsmitglieder von 1951, Sebastian und Elisabeth Braunstein und Agnes Gillich bei der Festveranstaltung dabei sind. Unter tosendem Applaus kamen Sebastian Braunstein und Agnes Gillich nach vorne. Nägl bedankte sich, dass sie so lange dem Verein treu geblieben sind und auch mitgearbeitet haben. Vom Landesvorsitzenden erhielten beide eine Ehrenurkunde und vom Kreisverband einen Blumenstock. Breinich dankte beiden, einmal seiner Großmutter und zum anderen seinem Großonkel. Er dankte seiner Großmutter für ihr Engagement. Sie kocht seit rund 50 Jahren das Hähnchenpaprikasch.

Breinich dankte im Anschluss, zum Abschluss des offiziellen Teiles, des vielen fleißigen Helfern. Ohne sie wäre die Landsmannschaft nicht möglich. Er sagte danke an alle ehemaligen und aktiven Helfer, auch den Helfern für diesen Festakt. Die Vorbereitung nahm vier Tage in Anspruch. Auch freute er sich, dass einige Damen in Tracht erschienen sind. Ihnen dankte der besonders. Denn eine Damentracht anzulegen und zu tragen ist deutlich aufwändiger als bei den Männern.

Er gab einen Ausblick für den restlichen Abend. Die Helfer hatten gefülltes Kraut gekocht und Paprikabratwurst zubereitet. Natürlich wurde hierzu Meerrettich gereicht, denn „dieser unterstreiche den Geschmack der Paprikabratwurst“, so Breinich. Auch rief er zu Spenden auf, die dazu beitragen sollten, die Unkosten dieses Festes zu decken.

Er wünschte allen noch einen schönen, geselligen Abend bei guten Gesprächen und Tanz. Jetzt freue er sich auf einen guten roten Apfelbrand an der Theke mit den Vertretern der SPD.

Im direkten Anschluss des Festaktes spielten die SmoKingZ auf, um die Gäste auf Tanzmusik einzustimmen. Die ersten schwangen schon das Tanzbein. Die Helfer nutzen die Zeit, um das Essen in Buffetform vorzubereiten. Nach drei Liedern zu Einstimmung wurde das Essen serviert. Die Anwesenden waren voll des Lobes. Und gerade diejenigen, die es nicht kannten, waren überrascht von der Kombination von Paprikabratwurst und Meerrettich. Nach dem Essen ging die Tanzband SmoKingZ wieder auf die Bühne, das Licht wurde abgedunkelt, die Party ging los. Jung und alt tanzten bis in die Nacht hinein und genossen des geselligen Abend.

 

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