Andechser Bierfest in Haßloch: Die Donaudeutschen feiern Premiere mit eigenem Hof

Ein neuer Festplatz, ein engagiertes Helferteam und drei Tage voller Musik, Geselligkeit und kulinarischer Schmankerl: Die Donaudeutschen in Haßloch haben beim Andechser Bierfest 2026 eindrucksvoll gezeigt, was mit Zusammenhalt und viel ehrenamtlichem Einsatz möglich ist.

Vom 25. bis 27. September 2026 fand das über die Grenzen von Haßloch hinaus bekannte Andechser Bierfest statt. Für die Donaudeutschen in Haßloch war es in diesem Jahr etwas ganz Besonderes: Erstmals bewirtschaftete der Verein einen eigenen Hof – und das gleich mit großem Erfolg!

Wie alles begann

Rund acht Wochen vor dem Fest erhielt der Vorsitzende der Donaudeutschen, Alexander Josef Breinich, einen Anruf aus dem Rathaus. Festplaner Gunther Metz bat ihn zu einem Gespräch. Dort eröffnete er ihm, dass ein Hof für ein traditionelles Andechser Bierfest zur Verfügung stehe und er sich die Donaudeutschen als Betreiber besonders gut vorstellen könne. Schließlich sei der Verein fest in Tradition und Brauchtum verwurzelt und verfüge über genügend engagierte Helferinnen und Helfer.

Für Breinich kam diese Anfrage überraschend, sollte die Premiere doch bereits wenige Wochen später stattfinden. Zunächst galt es, die Einzelheiten mit der evangelischen Kirche als Eigentümerin des Hofes zu klären. Anschließend musste die Vorstandschaft entscheiden, ob der Verein diese zusätzliche Herausforderung stemmen konnte. Breinich sprach mit einigen Helfern und stellte das Vorhaben bei der nächsten Vorstandssitzung vor. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv: Alle wollten mit anpacken. Damit war der Startschuss für die Planungen gefallen.

Dass Breinich bereits seit vielen Jahren bei einem anderen Stand als Planer und Helfer aktiv ist, erwies sich als großer Vorteil. Er kannte die Lieferanten, die Abläufe und die Anforderungen. Trotzdem gab es einige Herausforderungen: So waren viele Kühlwagen und Biertischgarnituren bereits vergeben. Dank guter Kontakte konnte schließlich im Nachbarort das benötigte Material organisiert werden.

Auch der Hof am Diakonissenhaus musste zunächst für das Fest vorbereitet werden. Zwei Wochen vor dem Bierfest trafen sich Mitglieder der Kirchengemeinde und fünf tatkräftige Helfer, die mit Traktor, Fräse und Freischneider mehrere Stunden lang aufräumten, reinigten und den Untergrund vorbereiteten. Als Dankeschön spendierte die Vorsitzende des Presbyteriums, Ellen Löwer, den fleißigen Helfern zwei große Pizzen.

Bereits acht Tage vor dem Fest begann die Anlieferung der ersten Materialien. Die Gemeindewerke verlegten eine rund 50 Meter lange Stromleitung vom Hausanschluss bis in den hinteren Bereich des Hofes. Kühlschränke, Kombidämpfer, Fasskühler, Spülmaschinen, Edelstahltische, Grills und vieles mehr wurden anschließend herangeschafft.

Am Donnerstag vor dem Fest ging es dann richtig los: Kühlwagen und Biertischgarnituren wurden abgeholt, das neue Zelt aufgebaut, die Sandfläche abgedeckt und Ausschank sowie Küche eingerichtet und angeschlossen. Da der Hof für alle Beteiligten Neuland war, musste vieles vor Ort ausprobiert und durchdacht werden. Besonders wichtig war es, die Anschlüsse und vor allem die Abwasserführung sinnvoll zu berücksichtigen. Doch dank der Erfahrung und des Einsatzes der Helfer war auch diese Herausforderung schnell gemeistert.

Freitag: Gelungener Auftakt im neuen Hof

Pünktlich zum Festbeginn am Freitag war alles bereit. Die Gemeindewerke hatten sich für den frühen Nachmittag angekündigt, um gemeinsam mit ihren Mitarbeitern in das Festwochenende zu starten. Auf der Speisekarte standen Bratwurst, Pommes und Käsespätzle, dazu gab es natürlich kühle Getränke.

Um 17 Uhr öffnete das Fest seine Tore, und um 18 Uhr setzte sich der traditionelle Festumzug in Bewegung. Während viele Besucher zunächst ins Festzelt strömten, fanden auch die ersten Gäste den etwas abseits gelegenen Hof der Donaudeutschen. Sie genossen die Sitzmöglichkeiten und die angenehm ruhige Atmosphäre.

Nach dem offiziellen Auftakt im Festzelt mit dem Bürgermeister und den Bierhoheiten Simone Dreier und William Grimm füllte sich auch der neue Hof zusehends. Die Helfer hatten bereits alle Hände voll zu tun.

Gegen 20 Uhr zog die Blaskapelle Gilching vom Festzelt in den Hof der Donaudeutschen und sorgte mit zünftiger Musik für die passende Stimmung. Mittlerweile waren alle 40 Tische besetzt. Auch die anwesenden Hoheiten ließen es sich nicht nehmen, den neuen Festplatz zu besuchen. Sie zeigten sich beeindruckt davon, was der Verein in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hatte. Ein gemeinsames Erinnerungsfoto vor dem neuen Zelt durfte natürlich nicht fehlen.

Gegen 23 Uhr spielte die Kapelle ihr letztes Lied. Die letzten Gäste machten sich um Mitternacht auf den Heimweg. Für die Helfer war damit allerdings noch lange nicht Schluss: Küche und Ausschank mussten gereinigt, Kühlschränke aufgefüllt, Leergut verstaut und Tische abgewischt werden. Erst danach konnten sie sich in gemütlicher Runde ein Getränk gönnen und den erfolgreichen Auftakt Revue passieren lassen.

Samstag: Weißwurstfrühstück im Riesenrad und Partystimmung im Hof

Auch am Samstag begann der Tag für die Donaudeutschen früher als für viele andere Festbeschicker. Gemeinsam mit der Gemeinde Haßloch richtete der Verein erneut das beliebte Weißwurstfrühstück im Riesenrad aus.

Obwohl das Festgelände erst um 14 Uhr öffnete, waren bereits für 11 Uhr alle Plätze im Riesenrad vergeben. Die ersten Gäste genossen Weißwürste mit süßem Senf, Brezeln und einem kühlen Bier. Musikalisch begleitet wurde das Frühstück von der Blaskapelle Gilching. Die Veranstaltung war erneut ein voller Erfolg und sorgte dafür, dass die Donaudeutschen auch an diesem Vormittag bestens sichtbar waren.

Nach dem Frühstück wurden die Materialien zurück in den Hof gebracht und das Geschirr gespült. Gleichzeitig liefen die Vorbereitungen für den nächsten Festtagsteil bereits auf Hochtouren. Die Mackenbacher bauten ihre Instrumente auf, und pünktlich um 14 Uhr erklang das erste Lied. Viele Gäste hatten sich bereits Plätze gesichert, und der Hof füllte sich immer weiter.

Da es am Freitagabend stellenweise noch etwas dunkel gewesen war, wurden zusätzliche weiße und farbige Strahler installiert. So erhielt der Hof für den Abend eine noch stimmungsvollere Atmosphäre.

Gegen 17 Uhr beendeten die Mackenbacher ihren Auftritt. Anschließend bereitete sich die Band Schlageristen auf ihren großen Auftritt vor. Um 19 Uhr ging es los: Mit glitzernden Kostümen, bekannten Schlagern und jeder Menge guter Laune brachten die Musiker das Publikum zum Mitsingen, Mitschunkeln und Tanzen.

Der Hof war inzwischen rappelvoll. In der Spitze hielten sich rund 600 Gäste gleichzeitig auf dem Gelände auf. Die Stimmung war grandios, die Zapfhähne liefen auf Hochtouren und auch die Küche hatte alle Hände voll zu tun.

Gegen 23 Uhr gab es noch eine Zugabe, bevor die Schlageristen ihren Auftritt beendeten. Für die Helfer war es ein langer, anstrengender, aber überaus erfolgreicher Tag. Mit einem Gläschen Sekt stießen sie auf das Erreichte an, bevor es in den frühen Morgenstunden nach Hause ging.

Sonntag: Ansturm auf den Donaudeutschen Hof

Am Sonntagmorgen standen die ersten Helfer bereits gegen 8.30 Uhr wieder auf dem Hof. Öfen, Fritteuse und Spülmaschinen wurden aufgeheizt, die Küche vorbereitet und die letzten Handgriffe erledigt. Gegen 10.30 Uhr trafen die ersten Gäste ein, um 11 Uhr begann der Betrieb.

Doch schon bald zeigte sich, dass der Sonntag alle Erwartungen übertreffen würde. Immer mehr Besucher strömten auf den Hof. Gegen 11.30 Uhr bat Breinich einen weiteren Helfer telefonisch um Unterstützung. Kurz vor 13 Uhr folgte schließlich ein dringender Aufruf in der Helfergruppe: „Bitte alle, die Lust und Zeit haben, kommen und helfen – die Gäste rennen uns die Bude ein!“

Der Andrang war überwältigend. Auch der Bürgermeister und der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen in Rheinland-Pfalz, Tobias Meyer, besuchten den Hof gemeinsam mit der Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig und weiteren Ehrengästen.

In der Küche wurde inzwischen im Akkord gearbeitet. Innerhalb von nicht einmal 15 Minuten verließen allein 16 Hähnchen – das entspricht 32 Portionen – die Küche. Gleichzeitig mussten Käsespätzle, Spanferkelrollbraten, Fleeschknepp, Bratwürste und Pommes zubereitet werden. Die Helfer gaben alles, um die zahlreichen Gäste zu versorgen.

Der Einsatz zahlte sich aus: Der Hof blieb bis etwa 15.30 Uhr gut besucht. Selbst der Vorsitzende musste zwischendurch nach Hause fahren, um weitere Hähnchen zu holen. Ein besseres Zeichen für die große Nachfrage konnte es kaum geben!

Am Nachmittag wartete auch auf die jüngsten Besucher ein besonderes Programm. Danny von Danny & Friends begeisterte die Kinder mit einer Mitmach-Zaubershow und seinen XXL-Ballons. Die Kleinen staunten, lachten und machten begeistert mit.

Gegen 18 Uhr kehrte langsam etwas Ruhe ein. Die Helfer begannen mit den ersten Aufräumarbeiten: Die Küche wurde gereinigt, Gläser wurden in Kartons verpackt und zahlreiche weitere Aufgaben erledigt. Während das Andechser Bierfest auf dem übrigen Gelände noch weiterging, konnten im Hof bereits einige Arbeiten vorgezogen werden.

Nachdem die letzten Gäste den Hof verlassen hatten, wurden die Strahler abgebaut und die Biertischgarnituren zusammengeklappt und ordentlich gestapelt. Bei einem gemütlichen Beisammensein ließen die Helfer das anstrengende, aber rundum erfolgreiche Wochenende ausklingen.

Montag und Dienstag: Gemeinsam wird auch wieder aufgeräumt

Nach drei ereignisreichen Festtagen war die Arbeit noch nicht ganz erledigt. Am Montagmorgen trafen sich die Helfer gegen 9.30 Uhr erneut, um den Hof abzubauen und alles wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Das Material wurde verladen und eingelagert, Maschinen wurden gereinigt und verstaut.

Auch am Dienstag standen noch letzte Arbeiten an. Der Hof wurde gründlich gekehrt und gereinigt. Danach war alles wieder an seinem Platz und das Gelände sauber übergeben.

Ein großes Dankeschön an alle Helfer!

Das erste Andechser Bierfest mit eigenem Hof war für die Donaudeutschen in Haßloch ein voller Erfolg. Drei Tage lang bewies der Verein, was mit guter Planung, Zusammenhalt und viel ehrenamtlichem Engagement möglich ist. Besonders der große Besucherandrang am Sonntag zeigte, dass das neue Angebot bestens angenommen wurde. Die Besucher lobten die Qualität der angebotenen Speisen, die so kaum noch zu finden seien. Auch die Gemütlichkeit wurde hochgelobt, obwohl es voll war. Aber der Durchgangsverkehr war nicht vorhanden.

Ein solches Wochenende lässt sich allerdings nur mit vielen helfenden Händen bewältigen. Deshalb gilt der herzliche Dank allen Helferinnen und Helfern, die beim Vorbereiten, Aufbauen, Kochen, Zapfen, Bedienen, Spülen und Abbauen mit angepackt haben. Ebenso bedanken sich die Donaudeutschen bei der evangelischen Kirchengemeinde, den Gemeindewerken, der Gemeinde Haßloch und allen weiteren Unterstützern, die diese Premiere möglich gemacht haben.

Die erste Auflage im eigenen Hof hat Lust auf mehr gemacht. Die Donaudeutschen freuen sich schon auf kommende Veranstaltungen und darauf, ihre Gäste auch künftig mit guter Bewirtung, herzlicher Gastfreundschaft und gelebter Gemeinschaft willkommen zu heißen.

AJB